Virtuelle Romanwerkstatt (2)
Virtuell heißt: Etwas existiert nicht greifbar in der materiellen Wirklichkeit, sondern nur als Idee. Heutzutage wird der Begriff auch auf alles angewendet, was nur oder überwiegend im Internet geschieht. Was ist dementsprechend eine “Virtuelle Roman-Werkstatt”?
In der VIRTUELLEN ROMAN-WERKSTATT finden sich angehende oder auch schon publizierende Autoren zusammen, die an einem Roman-Projekt arbeiten. Virtuell besagt dabei: Man trifft sich nicht persönlich, hat auch sonst keinen Kontakt, tauscht auch keine Texte aus. Man meldet sich nur - via jvs@hyperwriting.de – bei mir per eMail an. Vor allem aber arbeitet an diesem Roman, wenn möglich täglich. Letzteres ist aber nicht die wichtigste Voraussetzung – viel bedeutungsvoller ist die Vorstellung:
Ich arbeite nicht allein an so einem anspruchsvollen Projekt, sondern da sind auch noch andere ähnlich engagiert. Das heißt, diese scheinbare Virtualität ist letztlich ertwas ganz Konkretes – wenn man sich wirklich beteiligt.
Diese Virtuelle Roman-Werkstatt ist bei aller Virtualität doch auch ganz konkret die Begleitung des Minotauros-Projekts für dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Wer sich per eMail bei mir anmeldet, bekommt einen eigenen Eintrag in der Teilnehmer-Liste. Mehr ist nicht nötig – und aus Zeitgründen für mich auch nicht mögich. Nach meinen Erfahrungen ist das virtuelle Dabeisein wesentlich leichter, als wirklich nur allein vor dem Schreibtisch und / oder Computer zu sitzen und “ins Leere” hineinzuschreiben.
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Es gibt schon die Virtuelle Schreib-Werkstatt
2007 habe ich etwas wesentlich einfacheres gegründet: die VIRTUELLE SCHREIB-WERKSTATT . Sie hat inzwischen (Stand: 30. April 2010) mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 6 Ländern, die sich bereits 180 mal getroffen haben. Sie trafen – und treffen sich auch weiterhin – aber eben nur virtuell. Es gibt eine Teilnehmer-Liste der Virtuellen Schreib-Werksattt, in die man sich per eMail eintragen lassen kann. Und man sollte sich möglichst jeden Samstagvormittag von 10:00 Uhr bis etwa 11:30 Uhr hinsetzen und schreiben (was jedoch niemand kontrolliert). Für sich allein. Man trifft sich nicht persönlich, hat keinen Austausch von Texten etc. – alles ist, wie gesagt, rein virtuell. Ich mache lediglich am Monatsende einen Themenvorschlag – dem man folgen oder den man nach Gutdünken variieren oder durch ein eigenes Thema ersetzen kann. Die Teilnahme ist kostenlos.
Nach den Rückmeldungen, die ich bisher bekommen habe, funktioniert das erstaunlich gut. Das heißt: Man bekommt einen Ansporn, selbst aktiv zu sein, weil man weiß: mehr als 60 andere machen es jetzt auch: Sie setzen sich hin und schreiben, weil es Samstagvormittag ist.
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Was ist bei der Virtuellen Roman-Werkstatt anders?
Ich schreibe auf meiner parallelen Website xytrblk.com zur Zeit einen Roman: Verschwörung der Anderen. Das wird nichts Hochliterarisches, sondern ein Unterhaltungsroman mit Science-Fiction- Elementen – wenngleich ich “Tiefgang und doppelten Boden” anstrebe.
Wer auch immer selbst an einem Roman arbeitet, oder dies vorhat, kann sich, wie oben erwähnt, per eMail bei mir anmelden: jvs@hyperwriting.de. Das ist kostenlos. Wie bei der oben erwähnten VIRTUELLEN SCHREIB-WERKSTATT gibt es eine Teilnehmer-Liste (jedoch, logischerweise, keine Themen-Vorschläge). Mehr ist nicht nötig.
Was übt man?
1. Das Publizieren, und zwar in kleinen Schritten. Das ist wichtig für alle, die vorher, aus welchen Gründen auch immer, nur “für die Schublade” geschrieben haben, jetzt aber allmählich an die Öffentlichkeit gehen möchten.
2. Eng damit verbunden übt man auch das Evaluieren – d.h. das angemessene (!) Kritisieren der eigenen Texte, ohne das eine Verbesserung der Textqualität nicht möglich ist. Meine ganze xytrblk-Website soll gerade durch die Community der Virtuellen Roman-Werkstatt (angehende) Romanautoren motivieren, an ihren Projekten dranzubleiben.
Außerdem gebe ich dort Tipps, die man annehmen oder ignorieren kann. Diese Tipps sind jedoch allgemeiner Natur: Ich kann aus Zeitgründen unmöglich auf andere Roman-Projekte eingehen, weil ich sonst mein eigenes vergessen müsste. Dieses eigene Projekt Verschwörung der Anderen verstehe ich als eine Art – natürlich völlig unverbindliches – Modell, wie man selbst beim Romanschreiben vorgehen kann.
#99 (c) April 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de