Seminar “VOR DEM LABYRINTH”
Im zweiten Wochenend-Seminar des MINOTAUROS-PROJEKTs (5.-7. März) geht es speziell um das Aufspüren möglicher Ziele, die genügend Faszination ausüben, dass man ihnen im Leben einen festen Platz einräumt. Solche existenziellen Ziel kann man allerdings nicht suchen – man wird von ihnen gefunden!
Und wie macht man das – von so einem Fascinosum gefunden zu werden?
Wesentlich ist dabei eine Atmosphäre der Absichtslosigkeit, in der tief im Unbewussten schlummernde Sehnsüchte und frühe Berufsträume sich zeigen können. Dem kann man etwas nachhelfen, indem man den kreativen Zufall ermöglicht – zum Beispiel durch OH-Karten oder eine Übung, die schon den Surrealisten um André Breton vertraut war: das Objet trouvé.
Aber noch viel wichtiger ist es, dass man sich im geschützten Raum der Gruppe, zusammen mit Gleichgesinnten, auf diesen Prozess des Gefunden werdens einlässt. Das gemeinsame Schreiben ist dabei eine zuverlässige Methode, durch die unbewusstes Material sich artikulieren kann.
Was das Schreiben angeht, so werden wir an diesem Wochenende den Übergang von der Ich-Perspektive und dem Gegenwarts-Modus des tagebuchähnlichen Berichts zur narrativen Form mit Kunstfigur (Dritte Person) und Vergangenheits-Modus der Erzählung kennenlernen und bewusst üben. Das verschafft uns einen angeahnt intensiven Zugang zu dem, was ich als Inneres Figuren-Theater bezeichne.
Was heißt das?
Ganz praktisch setzen wir das Konzept der Inneren Bühne ein, wie diese sich beim Schließen der Augen während der Anfangsbesinnung einer Schreib-Sitzung nahezu immer zeigt. Diese Innere Bühne können dann unsere Inneren Figuren bevölkern.
Genau dies macht jeder Romanschriftsteller nahezu automatisch. Wir setzen diese bewusste Distanzierung von der eigenen erlebten Geschichte und ihre Transformation ins Erzählerische ganz bewusst ein – zum Beispiel durch die Verwendung der Vier-Spalten-Methode (wie ich sie auch in meinem Online-Romanexperiment “Verschwörung der Hochbegabten” einsetze.
All dies bedeutet, dass sich auch solche Aspekte der Persönlichkeit (eine Art Teil-Persönlichkeiten, eben die Inneren Figuren) zeigen können, die sonst im Dämmer des Unbewussten verharren müssen, weil die bewusste Kontrolle mit ihnen nichts zu schaffen haben will – oder sie gar nicht kennt.
Klingt alles ein wenig mystisch-magisch-esoterisch – ist es aber überhaupt nicht. Ist nichts weiter als Angewandte Kreativitätspsychologie, was im IAK ja unser Metier ist.
Weitere Themen des Wochenendes werden sein:
° das Romanschreiben als Einstieg in die Talent-Entfaltung,
° die Entwicklung eines Talent-Realisierungs-Plans,
° der Übergang von der Verwirrung des Irrgartens in die Klarheit des Labyrinths (beide sind nichts anderes als Metaphern für die seelischen Zustände, wie sie typisch sind für noch nicht realisierte Talente).
Ein bisschen viel Stoff für ein Wochenende?
Gut möglich. Aber zum einen überschneiden sich diese Themen und Methoden – und zum anderen machen wir mit dem, was wir diesmal nicht schaffen, in den folgenden Wochenenden weiter. Das nächste Seminar (2.-4. April) hat den Titel: ÜBER DIE SCHWELLE: Was hindert mich, meine Talente zu realisieren?
Details zu den anderen Wochenenden finden Sie hier: Titel, Themen und Termine.
(c) März 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de