“Hochbegabt?”
“Bin ich hochbegabt?”
Der folgende kleine Selbst-Test geht anders an die Sache heran als die üblichen Intelligenz-Tests. Er fragt bestimmte Merkmale ab, die man bei Hochbegabten fast immer findet. Es sind nur ein Dutzend von rund 1oo möglichen Merkmalen – aber sie sind wirklich sehr aussagekräftig. Sie basieren auf der heute üblichen Vorstellung davon, wie sich das Gehirn Hochbegabter von dem normal Begabter unterscheidet:
Das Hochbegabten-Gehirn arbeitet wesentlich schneller und komplexer – so ähnlich wie ein aktueller Computer sich diesbezüglich wesentlich von einem des Jahres 1984 unterscheidet.
Das Hochbegabten-Gehirn kann dementsprechend schneller und komplexer
1. Informationen aufnehmen (= Wahrnehmung)
2. Informationen verarbeiten (= Denken)
3. Informationen speichern (Gedächtnisinhalte festhalten und abrufen)
4. Informationen abgeben (Entscheidungen treffen, reden, schreiben)
Bei Erwachsenen ist das einfachste HB-Kriterium ihr Erfolg : Überall, wo Hoch- und Höchstleistungen sichtbar sind oder verlangt werden, wird diese Position vermutlich (wenn auch wohl nicht immer) von einem Hochbegabten besetzt. Entsprechend ist ein akademischer Grad (am besten: mit Promotion) und entsprechend hohes Einkommen (um die 50.000 €uro aufwärts) ein deutlicher Hinweis. Oder Spitzensport-Leistungen dokumentieren ein entsprechendes Talent bei Steffi Graf, Boris Becker, Michael Schuhmacher oder Roger Federer.
Aber Vorsicht: eine steile Aufwärtskarriere ist nicht unbedingt typisch für Hochbegabte. Viele von ihnen scheitern sehr früh (schon in der Schule) oder haben sehr “krumme” Lebensläufe. Deshalb lohnt es sich, die allerersten Kindheitsjahre und den Schulbeginn anzuschauen. Dabei finden wir bereits eine Reihe Merkmale, die diesen kleinen Schnell-Selbsttest gestalten. Aber manches, insbesondere ungewöhnlicher Erfolg, zeigt sich erst bei Erwachsenen. Und so manche Autorenkarriere beginnt erst sehr spät im Leben, nach vielen anderen Lebens-Projekten.
Allerdings könnte man zugespitzt sagen; Erfolg ist nicht alles im Leben – aber ohne Erfolg ist das Leben recht deprimierend – und das gilt für hochbegabte Underachiever in ganz besonders hohem Maße.
Kreuzen Sie einfach an, was für Sie zutrifft, nach Selbsteinschätzung:
1. Informationen aufnehmen (6 mögliche Punkte)
( ) Frühes Lesenlernen (oft schon vor Schuleintritt) ist eines der sichersten Merkmale.
( ) Grosse Neugier und Wissbegier, Fragelust (kann sehr nervig werden)
( ) Intensive und frühe Nutzung eines Computers (das inzwischen wertvollste und sinnvollste Tool für Hochbegabte) plus intensive und frühe Nutzung des Internets mit hochwertigen Inhalten (zum Beispiel Recherchen zu speziellen Themen)
( ) Verfeinerte Wahrnehmung – zum Beispiel vieler neuer Details in fremder Umgebung (Negative Ausprägung: Das kann Angst auslösende Situationen zu übergroßer Bedrohung werden lassen, bis hin zu Panikattacken und Paranoia)
( ) Vielseitige Interessen an allen möglichen Themen und Hobbys (die für Außenstehende manchmal nicht in Zusammenhang zu stehen scheinen)
( ) Genaue Beobachtungsgabe, mit deren Hilfe eigenständig Schlüsse gezogen werden
2. Informationen verarbeiten (13 mögliche Punkte)
( ) Hohe Sensibilität für innerpsychische und fremdpsychische Zustände und Geschehnisse (»Prinzessin auf der Erbse« – auch bei Jungen). Negative Ausprägung: Diese Sensibilität kann naturgemäß zu einer erhöhten Störbarkeit in Bezug auf das Selbstwertgefühl führen; extreme Reaktion möglich bei Traumatisierung, die zu psychischer und psychosomatischer Krankheit führen kann (hier ist Psychotherapie dringend notwendig)
( ) Querdenker: geht als Erwachsener gerne ungewohnte Pfade und macht sich unorthodoxe Gedanken, denkt nach Meinung anderer gerne »um die Ecke« und wird deshalb von normalbegabten Altersgenossen oft nicht verstanden
( ) Im Vergleich zur Altersgruppe deutlich vergrösserter Wortschatz, was leicht zu Schwierigkeiten mit gleichaltrigen Spielkameraden führt; sprachlicher Ausdruck oft auffallend weit entwickelt
( ) Schnelleres Begreifen als bei anderen (= höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit für Informationen, Gehirn ist schneller »getaktet«)
( ) Denkt als Kind nach Meinung anderer gerne »um die Ecke« und wird deshalb von normalbegabten Altersgenossen oft nicht verstanden; dazu außergewöhnliche Selbstständigkeit im Urteil
( ) Denkt gut logisch und kann schon früh abstrahieren (Oberbegriffe bilden) und Analogien finden
( ) Schon als Kind Interesse an typischen Erwachsenenthemen wie Religion, Politik, Gerechtigkeit und Philosophie (Grübeln im Sinne von »Was wäre, wenn …«)
( ) Vorliebe für ordnende und gliedernde Tätigkeiten (Briefmarkensammeln o.Ä.)
( ) Neigung zu Perfektionismus – dies kann sowohl positive wie negative Auswirkungen haben (s. S. 184 im Drama der Hochbegabten)
( ) Leichtes Lernen von mehreren Fremdsprachen, die rasch sehr gut beherrscht werden – nicht selten aus eigenem Antrieb (etwa durch frühe fremdsprachliche Lektüre)
( ) Erhöhte Konzentration
( ) Aus eigenem Antrieb und in raschem Tempo, oft schon vor Schuleintritt, wird der Umgang mit Zahlen und dem Rechnen gesucht und mit Freude geübt (zum Beispiel bis tausend zählen oder Fragen nach der »größten Zahl«, dem »höchsten Gebäude«)
( ) Erfindungsreichtum, Kreativität mit Objekten (lässt sich schon bei kleinen Kindern im Umgang mit Legosteinen etc. beobachten – später im Beruf bei Ingenieuren, Architekten usw.)
3. Informationen speichern (3 mögliche Punkte)
( ) Sehr gutes Gedächtnis zu aktuellen Ereignissen
( ) Weit in die Kindheit (etwa bis ins dritte Lebensjahr) zurückreichendes Gedächtnis. Diese Kinder merken sich genau, was sie hören, und verfügen deshalb bald über einen umfangreichen Wissensschatz (Negative Ausprägung: Klugscheißer)
( ) Hohes Lerntempo
4. Informationen abgeben (11 mögliche Punkte)
( ) Gesprochene Sprache Gleichaltrigen manchmal weit voraus
( ) Sehr gute und leicht erworbene Schulnoten am Beginn oder während der ganzen Grundschulzeit (diese können jedoch durch falsche oder fehlende Förderung, vor allem aber durch Mobbing verständnisloser Lehrer plötzlich immer schlechter werden – was einem das ganze Leben versauen kann)
( ) Selbst initiierte Freizeitaktivitäten (Beispiel: Mitglied in einem Schach-Club werden oder einem Singkreis beitreten)
( ) Entscheidungsfreudigkeit (rasches Handeln) Negative Ausprägung: Nervosität, Ungeduld, immer in Eile, Hyperaktivität (Verdacht auf ADHS?)
( ) Fähigkeit zur Selbstironie
( ) Erfolgsstreben im Beruf mit großer Umsicht und Zielstrebigkeit (s. auch Ehrgeiz)
( ) Grosser Ehrgeiz in der Verfolgung der Ziele – das geht weit über Erfolgsstreben hinaus (Negative Ausprägung: von Ehrgeiz zerfressen)
( ) Frühes intrinsisches (= selbstgesteuertes) Schreiben als ungewöhnliche Fähigkeit, sich schriftlich auszudrücken (nicht selten wird schon früh in der Pubertät aus eigenem Antrieb Tagebuch geführt oder “gedichtet” – typische Berufe in diesem Bereich sind Journalist, Redakteur, Schriftsteller, Übersetzer)
( ) Obgleich die höhere Leistungsfähigkeit oft nur im intellektuellen Bereich sichtbar wird, sind hochbegabte Kinder ihren Alterskollegen häufig auch in ihrer sozialen Kompetenz voraus – dies zeigt sich etwa im Aushandeln von Kompromissen; bei Erwachsenen kann sich dies durch eine entsprechende Berufswahl äußern (Richter, Psychologe, Psychotherapeut)
( ) Hochbegabte Kinder werden wegen ihres Andersseins leicht für älter gehalten, als er/sie ist; sie suchen sich deshalb ältere Freunde und wenden sich gerne an ältere Freudne oder Erwachsene, weil er/sie nur mit diesen wichtige Themen besprechen kann. Negative Ausprägung: Problem des Außenseitertums und der Isolation, altklug erscheinen
( ) Ungeduld – das ist, last but not least, ein Merkmal, das Sie vielleicht als nicht weiter wichtig einstufen oder gar für unsinnig halten – das ich jedoch als sehr signifikant bewerte. Wer schneller und komplexer denken kann als 97 Prozent der Menschen um ihn/sie herum, MUSS einfach ungeduldig werden. Dreht man diese Beobachtung um, wird daraus ein recht typisches Merkmal für Hochbegabung. Ob man dies in einem der üblichen (Intelligenz-)Tests jemals adäquat erfassen können wird, möchte ich stark bezweifeln. Eine Realität ist es trotzdem. Nicht nur für ADHS-Kinder und -Erwachsene.
Auswertung
Natürlich trifft das Argument der Kritiker solcher Merkmal-Listen zu, dass hier Äpfel mit Birnen in einen Korb geworfen werden, von der Fragwürdigkeit der Selbsteinschätzung mal abgesehen (s. hierzu auch SELBS-TEST: HINTERGRUND). Auch ist meine Einteilung “8 bis 11 Punkte” und so weiter ist recht willkürlich – “Daumen mal Pi”, wenn Sie wollen. Aber ich denke , dass schon die schiere Menge der angekreuzten Merkmale eine positive Aussage ermöglicht.
12 bis 22 Punkte: Eine Fülle guter Hinweise darauf, dass Sie eine(r) der »drei von hundert« sind, die einen IQ von 130 aufwärts haben.
23 bis 33 Punkte: Sie können davon ausgehen, dass Sie mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit hochbegabt sind.
Aber diese Selbsteinschätzung (die nicht zuletzt von Ihrer Ehrlichkeit und Selbstwahrnehmung abhängt), sollten Sie unbedingt überprüfen lassen:
° einmal, indem Sie sich auch von jemand anderem anhand dieser Merkmal-Liste einschätzen lassen, der Sie gut genug kennt
° und dann natürlich durch einen richtigen Intelligenz-Test (den nur entprechend ausgebildete Fachpsychologen durchführen).
Bitte lesen Sie unbedingt zur Ergänzung, was ich im Beitrag SELBST-TEST: HINTERGRUND geschrieben habe!
(c) Sep 2009 Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de
Mein Selbst-Test hat eine Zahl von 22 ergeben. Da ich eine wohl sehr späte Spätzünderin bin, kann ich bei manchen Dingen meine Eltern nicht mehr nachfragen, ob es so war. Aber viele der erfragten Dinge bekomme ich von anderen auch immer wieder gesagt. Mein Problem war, dass ich immer gedacht habe, dass ich in vielen Bereichen etwas kann, aber nichts perfekt. Erst seit kurzer Zeit sehe ich gerade dies als eine große Gabe an, in vielen Bereichen was zu können und zu wissen und keine Scheuklappenzu haben oder Tunnelblick auf nur ein Gebiet. Was ich hier lese, tut mir sehr gut. Da ich leider auf Grundsicherung angewiesen bin, kann ich in keinster Weise so einen Kurs bezahlen. Und bitte sagen Sie nicht: es kommt immer darauf an, was einem was wert ist. Wer bei diesem finaziellen Rahmen was zurücklegen kann, ist für mich ein Wundertier.
Die Themen “Schreibtherapie” und “kreatives Schreiben” interessieren mich sehr. Ich habe übrigens angefangen mit dem Schreiben, als ich gerade das Schreiben gelernt hatte – d.h. mit 8 Jahren.
MfG Yolande P.
Hurra, ich bin hochbegabt, danke.
Läder moor….
Hallo Ihr lieben,
ich habe so gut es geht den Selbsttest für meinen Sohn gemacht. Habe die Fragen die sich nur auf das Erwachsensein beziehen weggelassen. Also bin ich auf 26 Punkte gekommen. Ist dieses Ergebnis nun Aussagekräftig? Also so rein privat für eventuelle erste Anhaltspunkte? Mein Sohn ist erst 7 Jahre alt und ich suche im Netz schon länger Antworten…. Aber allein die Fragen die in dem Test stehen sprechen sehr oft für meinen Sohn.
Danke an alle Kommentatorinnen. Zur “Seriosität” des Selbst-Tests und zu seiner Brauchbarkeit habe ich im ergänzenden Beitrag zum “Hintergrund” ja schon einiges geschrieben. Inzwischen habe ich so viele ermutigende Erfahrungen mit dem Selbst-Test gemacht (auch im Vergleich mit Werten aus einem “richtigen” I-Test mit IQ-Wert), dass ich sagen kann:
Man bekommt auf diese Weise auf jeden Fall eine recht brauchbare Annäherung an die Frage, ob man “hochbegabt” ist (= IQ ab 130 – wobei es Experten gibt, die sogar innerhalb der selben Studie plötzlich auf “125″ runterspringen”!)
Anschließend kann man ja einen “richtigen” Test machen. Was ist denn das Risiko? Null.
Viel wichtiger ist doch die Frage: “Und was dann?” (nämlich wenn mir klar wird, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit hochbegabt bin?)
Nun, diese ganze Website und das darin u.a. vorgestellte Minotauros-Projekt ist ja genau ein Versuch in dieser Richtung: erwachsenen (!) Hochbegabten zu helfen, als Spätentwickler ihr Potential doch noch zu realisieren.
Was die Frage nach der FINANZIERUNG so eines Kurses angeht (also eine Investition in die persönliche Zukunft), so arbeite ich an einem möglichen Finanzierungsmodell mit günstigen Darlehen. Da heutzutage ja inzwischen auch das Studium bezahlt werden muss (was für manche sicher hart ist – aber ansonsten sehr sinnvoll), wird sich da bestimmt eine Lösung finden lassen. -
Ich kann persönlich dazu als Erfahrung beisteuern, dass ich in meine beiden Psychoanalysen und in die TZI-Ausbildung (im Gruppenleiten) etwa an die 100.000 Mark investiert habe – und zwar selbstverdientes Geld. Ich komme NICHT aus “sehr gut situierten Verhältnissen” (wie man das gerne nennt) – ich habe immer gejobbt, wenn es nötig war, schon als Schüler und Student. Ich wollte einfach mein Leben selbst bestimmen und mir das dafür nötige Werkzeug und den Freiraum schaffen. -
Seltsamerweise scheint es recht viele Hochbegabte zu geben, die aus ideologischen (?) Gründen alles , was mit Geld und Leistung zusammenhängt, im günstigsten Fall “lästig” finden. Vielleicht aus ähnlicher Motivation, aus der heraus manche Hochbegabte bescheuerte eMails und Kommentare schicken (die ich stets lösche), nur um sich wichtig zu tun, nicht aber, um einen sinnvollen ernsthaften Beitrag zu irgendeiner Thematik zu bieten.
Ich bezweifle nicht deren Hochbegabung – nur ihre (neurotische?) Absicht, anderen Leuten die kostbare Lebenszeit zu stehlen.
Jürgen vom Scheidt
Hallo,
eigentlich wollte ich gerne nur wissen, ob ich diesen Selbsttest stellvertretend für meinen erst 7 jährigen Sohn anwenden kann, und ob er dann auch aussagekräftig ist. Weil ja in diesem Selbsttest auch einige berufliche Fragen stehen. Auch möchte ich gerne mal den finanziellen Aspekt aufgreifen. Ich glaube ich würde alles Geld der Welt ausgeben, nur damit meine Kinder glücklich sind und die Förderung erhalten die sie wünschen und auch brauchen. Leider fängt es bei uns schon mit der Frage an, wie finanziere ich erstmal diesen Intelligenztest für meinen Sohn. Er selber is so heiß drauf diesen zu machen, aber selbst das Angebot von der netten Psychologin die ich im Netz gefunden habe, erst einmal nur die Diagnostik + Abschlußgespräch für 180,00 Euro kann ich leider nicht aufbringen. Ich finde es schade das in solchen Fällen die Krankenkasse nicht greift. Nur wenn eventuell das Kind privat versichert ist, könnte man Glück haben es erstattet zu bekommen. Da fängt die Katze wieder an sich in den Schwanz zu beißen. Welche Kinder sind heutzutage privat Versichert? Kinder deren Eltern finanziell besser ausgestattet sind. Diese können sicher auch einfacher das Geld aufbringen. Hätten aber die Chance es wieder zu bekommen. ALso suche ich im Internet erstmal hinweise die mir sagen können ob es sinnvoll ist eine solche Summe aufzubringen. Schade. Ich hoffe nur ich finde eine Lösung bevor mein Sohn irgendwie doch noch unter seinem Wissensdurst leidet. Für eventuelle Tipps wäre ich sehr dankbar.
Liebe Grüße Kerstin.
hallo kerstin!
ich nehme mal an, dass dein sohn mit 7 jahren in die erste oder zweite grundschulklasse geht?
bitte sprich mit dem/der klassenlehrer(in) über deine einschätzung, deine fragen.
wenn ein test von der schule befürwortet wird, kannst du meines ihn wissens kostenlos bei einem entsprechenden psychologen durchführen lassen – jedenfalls wurde mir das im bekanntenkreis so gesagt – da gibt es einen ähnlich gelagerten “fall”.
auch schulpsychologen oder vertrauenslehrer könnten für dich eine anlaufstelle sein.
um die fragen des selbsttests realistisch zu beantworten, stell dir doch einfach vor, der beruf deines sohnes sei die schule und das lernen. wie geht er mit den “beruflichen” anforderungen und aufgabenstellungen um?
liebe grüsse von grit
hallo an alle, die’s lesen. jetzt früh am morgen 3 Uhr 25 habe ich hier über mich erfahren, weshalb ich so wenig schlafen will. musiziere afrikanische Djembe, spiele – zupfe Gitarre, spiele Keybord, (alles erst seit TZI)ich male, mach kaltnadelradierung, male Aquarelle, auch auf Seide, ich dichte ganz spontan, ich habe viel zu schreiben, bei meinem Alter von einundsiebzig Jahren. bin. Das alles, obwohl mir erst seit einem halben Jahr bewusst ist, dass ich sehr schwer kriegstraumatiliert bin. 65 jahre verdrängt. seitdem ist in mir Ordnung. Seitdem fließt es noch mehr.
Vor vielen jahren habe ich mindestens das Eintrittskolloquim bei TZI gemacht.
Ich war bei Ruth Cohn in Hasliberg und hab’ auch eine Empfehlung von ihr.
Durch sie habe ich lebendig zu lernen gelernt. Was Ruth Cohn (neben vielen anderen)W.I.L.L und TZI für eine signifikante Rolle für mich als Mensch privat und professionell (“Profossionell zu sein, bedeutet für mich…)
Mit fast Fünfzig Jahren habe ich mein Studium mit der Note eins abgeschlossen.
An dieser Stelle kommt mein nicht zu beschreibender Dank.
Durch sie, Ruth Cohn – und das sehe ich heute hier beim Test – hat sich meine Intelligenz erheblich erweitert. Vielen Dank. BruniWMcF
Nur 7. Gottseidank.
Liebe Brunhilde,
auch wenn ich diese Website aufgesucht habe, um mir Anregungen zur Begleitung meines Mannes (23 Kreuze in Herrn von Scheidts SelbstTest) auf dem Weg zur Entfaltung seiner Talente zu holen, möchte ich jetzt doch auf einen Aspekt Ihres Kommentars eingehen – und zwar auf Ihre Sätze
“Das alles, obwohl mir erst seit einem halben Jahr bewusst ist, dass ich sehr schwer kriegstraumatisiert bin. 65 jahre verdrängt. seitdem ist in mir Ordnung. Seitdem fließt es noch mehr.”
Ich möchte Ihnen zu dieser Befreiung gratulieren. Ich selbst begleite seit mehreren Jahren deutsche Kriegskinder aus den Jahrgängen 1933-45 (zu denen Sie ja gehören) mit Seminaren und vor allem Schreibwerkstätten (kreatives autobiografisches Schreiben) bei der Versöhnung mit ihrer Vergangenheit, die – genau wie Sie beschreiben – eine ungeheure Kreativität freisetzen kann. Vor allem gewinnen wir Sie und viele weitere Mitglieder Ihrer Generation mit dem Ansehen und Annehmen der Vergangenheit zurück für die Gestaltung der Zukunft – das finde ich sehr kostbar. Vielleicht darf ich Sie noch einmal ansprechen demnächst, da ich gerade eine Veröffentlichung zu diesem Thema vorbereite, die ich auch mit Texten von Kriegskindern bereichern will. Viel Freude also weiterhin beim Fließenlassen!
Herzlich,
Kathleen Battke
@ Kathleen Battke:
Das finde ich sehr verdienstvoll, was Sie da mit den “Kriegskindern” machen. Ich bin selbst eines (ge.g Feb 1940). Ich wurde zwar nicht schwer traumatisiert – aber was ich in dieser schrecklichen Zeit miterlebt habe (obwohl in der Idylle einer Kleinstadt aufgewachsen) hat mich mein Leben lang beschäftigt: Nachts um drei eine endlose Kolonne von Kindern aus Jugendlichen, die von irgendwoher Anfang 1945 geflüchtet waren, kurze Rast, plötzlich Lichter von überall in den Häusern – ein Stück Brot dorthin gegeben, ein Galss Wasser da – dann weiterziehen in die Dunkelheit einer ungewissen Zukunft. Ein Lazarettzug mit Schwerstverletzten, in den meine Mutter mich kaum Fünfjährigen mitnahm (ich habe nie verstanden, weshalb). Polnische Kriegsgefangene, die unter erbärmlichsten Bedingungen schuften mussten – keine Schuhe, ich sehe heute noch diese notdürftig mit Lappen umwickelten Füsse -
Mit besten Grüßen – J. vom Scheidt
29 der Merkmale treffen auf mich zu. Hätte ich nie für möglich gehalten, dass ausgerechnet ich hochbegabt sein soll – bis vor kurzem. Mein Freund, ebenfalls ein Hochbegabter,
ist da aber gar nicht überrascht, dass ich “so eine” bin. Ich selbst stamme aus einer “einfachen” Familie, meine Mutter hat, trotz der Empfehlung ihres Grundschullehrers fürs Gymi zu Beginn der 50iger Jahre, “nur” die Hauptschule besuchen dürfen.
In der Grundschule (das ist fast 25 Jahre her) kam ich mir immer vor wie im falschen Film und habe mich oberflächlich brav angepasst, obwohl ich innerlich längst dicht gemacht hatte.
Während meiner Gymnasialzeit habe ich ab der Mittelstufe in fast allen Fächern grottenschlechte Noten geschrieben wegen wochenlangen Fernbleibens vom Unterricht und innerlichen “Abschaltens”, wurde aber trotzdem immer knapp versetzt. Mein Abi habe ich dann mit minimalem Aufwand mit einem Einserschnitt bestanden; auch mein Uni-Diplom habe ich sozusagen, das soll nicht eingebildet klingen, ohne großen Aufwand hinbekommen – aber wirklich etwas dabei gedacht habe ich mir nie. Darüber hinaus hat mein Job, den ich derzeit ausübe, eigtl. nichts mit meinem Studium zu tun.
Da ich mich über viele Jahre ständig irgendwie angespannt und unausgeglichen fühlte, habe ich kürzlich auf Anraten meines Freundes einen aussagekräftigen IQ-Test gemacht, der ein entsprechend unerwartet hohes Ergebnis lieferte, doch auch da dachte ich, dass das Glück und der Zufall mir hold waren, und konnte es nicht fassen. Nach der Lektüre einiger Bücher zum Thema HB und der großartigen Selbsttestseite hier, dämmerte mir jedoch endlich so einiges.
Es geht mir seitdem viel besser und ich kann meine sehr (zu?) vielseitigen und auch “gegensätzlichen” Interessen endlich geniessen, ohne dabei das Gefühl zu haben, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe. Ich kann nur jeden dazu ermutigen, der evtl. ähnliche Probleme hat(te) wie ich, einen Selbsttest zu wagen und zu seinem ICH zu stehen. Herzlichen Dank an alle, die mir bei meiner Selbstfindung geholfen haben.
Wow. 29 Punkte. Vielleicht sollte ich doch mal einen richtigen Test machen.
Also ich fande das recht interessant.Vieles wusste ich schon/hatte ich schonmal gehört,anderes nicht.Wie das mit der Ungeduld.Und ich weiß noch immer nicht ob ich hochbegabt bin, also der Punktzahl nach ja, aber nicht eindeutig.Weiß jemand, ob es sowas wie hochbegabtentreffen gibt? Ich denke es würde mir helfen mehr Menschen kennenzulernen die hochbegabt sind.Dann ringe ich mich vielleicht auch mal zu einem Intelligenztest durch^^
Weiß jemand, ob es so etwas wie ein Hochbegabtentreffen gibt?
Es gibt im Internet eine Reihe von Foren und Virtuellen Meetings. Muss man geduldig googeln.
Vielleicht weiß die Karg-Stiftung für Hochbegabte auch Adressen? Hier der Link:
http://www.karg-stiftung.de
Viel Glück
JvS