Neues Denken – neue Begriffe

Das Minotauros-Projekt fördert Latente Talente mit den Methoden des Creative Writing und des von uns daraus weiter entwickelten hyperWriting. Im Verlauf dieser Arbeit entstanden während der letzten 30 Jahre auch einige neue Begriffe wie BrainSpotting, Yrrinthos und xytrblk.

Solche Neologismen sollte man nur äußerst sparsam einsetzen und auch nur dann, wenn sie etwas wirklich Neues meinen.

So erscheint es mir schon lange wichtig, das Konzept des Labyrinths bzw. des “Gangs durch das Labyrinth” (als Urbild der Heldenreise) um den neuen Begriff des Yrrinthos zu ergänzen. Weshalb? Weil “Labyrinth” in der Regel genau nicht das Kretische Labyrinth mit nur einem Gang bedeutet (in dem man sich gerade NICHT verlieren kann) – sondern eigentlich immer einen Irrgarten meint. Für diesen Begriff “Yrrinthos” suche ich – auch und gerade durch die Beiträge auf meinem Labyrinth-Blog – allmählich Mitstreiter zu finden, denen diese klarere Bedeutung einleuchtet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Neologismus xytrblk, der den verwirrenden Zustand vor dem Beginn des eigentlichen Kreativen Prozesses benennt und für mich eine sinnvolle und notwendige Ergänzung ist
° sowohl der gängigen Konzepte der Kreativitätspsychologie*
° als auch des Konzepts der  Heldenreise.
* Die Kreativitätspsychologen unterscheiden als wichtigste Phasen Inkubation (in der werden die neuen Ideen ausgebrütet) und Umsetzung des Neuen in die Realität. Was davor gerschieht, interessiert nicht sonderlich.  

Bleibt als drittes, von mir eingeführtes Kunstwort noch das BrainSpotting. Wenn Sie den Selbst-Test auf dieser Website machen (das kostet Sie gerade mal fünf Minuten), haben Sie das Verfahren des BrainSpotting gewissermaßen auf sich selbst resp. auf Ihr eigenes Gehirn angewandt. Das ist bereits eine kleine Vorübung dafür, andere Menschen einmal darauf hin abzuschätzen, ob sie vielleicht hochbegabt sind. Brainspotting ist im Grunde als nichts anderes, als der Einsatz eines Merkmal-Katalogs zur Hochbegabung für die eigene Person oder für andere Menschen. Warum dies hilfreich oder gar notwendig sein könnte, dürfte im Falle der eigenen Person wenig Zweifeln unterliegen. Warum es auch gegenüber anderen Menschen hilfreich und / oder notwendig sein könnte, sagt Ihnen das 6. Kapitel meines Buches Das Drama der Hochbegabten oder hier auf der Website die Kurzfassung BrainSpotting .

Die Heldenreise ist kein neues Konzept: Der Mythenforscher Joseph Campbell hat ihr schon 1945 ein ganzes Buch gewidnet; er baute auf den Gedanken des Tiefenpsychologen und Psychotherapeuten Carl Gustav Jung auf (“Nachtmeerfahrt der Seele” nannte er dies, in Anlehnung an Gedanken der mittelalterlichen Alchemie). Und Jung wiederum ließ sich von dem Afrikaforscher und frühen Kulturanthropologen Leo Frobenius inspirieren. Ich selbst habe die Heldenreise schon seit vielen Jahren in meinen Schreib-Seminaren mit große, Gewinn eingesetzt, vor allem in der Roman-Werkstatt als Urmodell jeder Erzählung. Hierbei war für mich sehr anregend der amerikanische Dramaturg Christopher Vogler, der wiederum auf Überlegungen und Seminaren des Drehbuch-Lehrers Keith Cunningham fußt,  der sich seinerseits auf C.G. Jung und Joseph Cambell beruft.

Bleibt als letzter neuer Begriff noch der Talent-Realisierungs-Plan (TaReP), welcher als Roter Faden die Teilnehmer des “Minotauros-Projekts” durch den ganzen Kurs führt: als Projekt-Beschreibung (der Buch-Projekts) und Prioritäten-Liste ebenso wie als Dokumentation des persönlichen Kreativen Prozesses und als Begleitendes Logbuch.

(c) Jan 2010  Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de

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