“Ich bin doch nicht hochbegabt!”

Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört – von Menschen, bei denen vieles in der Biographie darauf hindeutet, dass sie hochbegabt sind. Nicht selten wurde der Satz geradezu empört geäußert – so als sei das eine Zumutung: hochbegabt zu sein.

Nun: Der Satz ist in der Tat eine Zumutung, jedenfalls für die vielen überdurchschnittlich begabten Menschen, die erst sehr spät – wenn überhaupt – erfahren, dass sie zu diesen rund zwei bis drei Prozent der Bevölkerung mit einem IQ von 130 aufwärts gehören. Oder die am Anfang ihrer Schulkarriere schon falsch eingeschätzt wurden. Oder die wegen ihrer Herkunft keine Chance hatten, ihre Talente adäquat zu entwickeln.

Denn das hat Konsequenzen: Man muss dann nämlich das eigene Selbstbild und die ganze Lebensstrategie in Frage stelle und neu organisieren.

Außerdem ist diese (Selbst-) Einschätzung zusätzlich mit einer heillos verfahrenen, sehr deutschen* Eliten-Diskussion belastet. Deshalb wurden Begriffe wie “Hochbegabung” und “hochbegabt” geradezu Tabu-Wörter. In meinem nächsten Beitrag werde ich das in den nächsten Tagen näher anschauen: Tabu “Hochbegabung” . Für unsere Arbeit hat diese Fehleinschätzung bedauerliche Konsequenzen.
* Ursache ist historisch gesehen der Missbrauch der Nationalsozialisten des Elite-Begriffs im Dritten Reich

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein!
Hilfreich sein könnte vor allem das Editorial Willkommen.
Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert im Register .
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Speziell mit Themen rund um Labyrinthe und Irrgärten befasst sich der Labyrinth-Blog und auf xytrblk.com schreibe ich online meinen Roman Verschwörung der anderen.

#129 (c) 16. Aug (Feb) 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-
Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de

#157 (c) 15. Aug 2010

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