Geld: “Das Übel, das man braucht”

Nach den eher vaguen Gefilden der Träume begibt sich das “Minotauros-Projekt” in die handfeste Gegend der Finanzen:   
Während des 7. Wochenendes des Jahres-Kurses werden Geld-Themen das Schreiben anregen. Dabei wird zugleich ein sehr handfester Aspekt jeder Heldenreise sichtbar und nachvollziehbar: Die Suche nach dem Schatz.   

Finanzielle Themen sparen Autoren nicht nur bei ihren Figuren und in ihren Geschichten gerne aus – sondern auch bei sich selbst. Genau dort fängt dieses Seminar an: Bei der Einstellung zum Geld, beim eigenene Geldverhalten – und was und wie man da eventuell etwas verändern könnte.   

Die Suche nach dem Schatz ist neben der Transformation der Hauptfigur und der Auseinandersetzung mit dem Widersacher einer der drei wichtigsten Aspekte der Heldenreise  und entsprechend auch bei der HyperReise - der Heldenreise des Autors beim Schreiben seines Manuskripts.   

Es liegt nahe, dass all diese eng miteinander verknüpft ist. Die folgende Graphik zeigt den möglichen Verlauf einer Heldenreise. Sie steuert auf den Höhepunkt der Handlung zu, welcher zugleich der existenzielle Tiefpunkt des Helden in dieser Geschichte ist. Dieser dramatische Wendepunkt ist durch drei Aspekte gekennzeichnet:   

1. Die sich allmählich steigernde Auseinandersetzung mit dem Widersacher findet in einer Art Endkampf die entscheidende Wendung. Nachdem der Widersacher zugleich der Hüter des Schatzes ist, findet hier   

2. die Suche nach dem Schatz ihr Ziel: Der Held wird mit dem Schatz belohnt – falls er im Kampf siegt.   

3. Der dritte Aspekt betrifft die innere (seelische und geistige) Entwicklung der Hauptfigur. Der Auseinandersetzung mit dem Widersacher läuft nämlich stets parallel eine intensive Auseinandersetzung des Helden mit seiner eigenen Vergangenheit und seinen Stärken resp. einer zentralen Schwäche (im Hollywood-Jargon als wound bezeichnet – gemeint ist die früheste körperliche und / oder psychische Traumatisierung des Helden).   

Wenn man einen Roman schreibt, erlebt man als Autor sehr intensiv einen verwandten Prozess: die bereist erwähnte Heldenreise des Autors. Was ist dabei der Schatz, mit dem diese Reise belohnt wird? Natürlich das fertige Manuskript


 

 Idealtypischer Verlauf einer Heldenreise in 13 Stationen (Grafik: IAK 2009 _ Jutta Weitze)

Im “Minotauros-Projekt” kann man all dies selbst erleben 

Mehr kann man schriftlich kaum vermitteln. Warum sich nicht gleich zu diesem Seminar anmelden, das wir im Rahmen des durchführen und das man als Einstieg (Schnupper-Seminar) in den Jahres-Kurs nützen kann? (Mehr zu diesem Kurs hier auf der Website unter MINOTAUROS-PROJEKT.   

Unter den Autoren haben sich übrigens zwei große Franzosen sehr intensiv mit Geld befasst: Honoré de Balzac und Émile Zola. Was heutzutage als Weltwirtschaftskrise und globales Bankendesaster daherkommt, hat Zola in seinem Roman Das Geld schon 1891 geraDezu prophetisch beschrieben – indem er die Motive der menschlichen Gier und die damit verbundene Rücksichtslosigkeit offenlegte.   

Das Übel, das man braucht

Jetzt sollte ich noch das Zitat im Titel dieses Beitrags erklären. Vor einigen Jahren machte ich im Wallis, im Schweizer Hochbgebirge, im Rahmen eines früheren Minotauros-Kurses, ein Geld-Seminar der hier beschriebene Art. Einer der Chauffeure des Postomnibusses, mit dem ich bei der Anreise von Visp den Berg hoch nach Bürchen fuhr (wo das Seminar stattfand), fragte mich, was ich denn im Urlaub hier oben so mache. Ich sagte, dass ich ein “Geld-Semianr” durchführen würde. Spontan entfuhr ihm der Satz:

Geld – das Übel das man braucht.

Daran knüpfte sich ein interessantes Gespräch über Meinungen und (Vor-)Urteile über Geld an und die halbstündigre Fahrt war im Nu vorbei.

#82 (c) 4. Juli 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de   

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