Das Buch, das sich von selbst schreibt
Da verspricht jemand das Blaue vom Himmel herunter, denken Sie jetzt vielleicht. Nun, dem ist nicht so. Denn in der Tat entsteht das Buch, von dem hier die Rede ist, im Verlauf des Minotauros-Projekts wirklich wie von selbst.
Es ist wahrscheinlich noch nicht “das Gelbe vom Ei” – aber es ist ein Roh-Manuskript, mit dem Sie gut weiterarbeiten können.
Worum geht es? In der Beschreibung des MINOTAUROS-PROJEKTS (zu den Details s. auch das Curriculum) steht im Mittelpunkt das Schreiben eines Buches. Dieses ist gewissermaßen der Rote Faden, der sich durch den gesamten Kurs zieht.
Für eine Reihe von Interessenten für den Kurs scheint dies eine sehr hohe Hürde zu sein, wie ich manchen Zuschriften entnehmen kann.
Auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, deren spezielles Talent nicht das Schreiben ist (sondern vielleicht das Malen oder Musizieren, Fotografieren oder Networking) ist doch das Schreiben ein unentbehrliches Werkzeug – und sei es vielleicht normalerweise nur beim Verfassen von eMails im beruflichen Alltag.
Dennoch ist Schreiben nach unserer Überzeugung das Werkzeug schlechthin für alle Hochbegabten. Und in welcher Variante könnte man mehr darüber Lernen als beim Verfassen eines Buch-Manuskripts? Nichts stellt mehr Anforderungen an unsere Fähigkeiten, Informationen sinnvoll miteinander zu vernetzen. Aber dazu bedarf es zuunächst einmal nicht unbedingt eines herausragenden Erzähltalents – sondern sehr viel Handwerk des Schreibens. Und genau das wird Ihnen im Kurs vermitttelt, und zwar auf sehr spielerische Weise, die aber gerade deshalb umso wirkungsvoller ist.
Das “Buch, das sich von selbst schreibt”
Doch nun, wie angekündigt, zum “Buch, das sich von selbst schreibt”. Was hat es damit auf sich?
Während der einzelnen Wochenenden des MINOTAUROS-PROJEKTs – zehn pro Jahr, 30 im Verlauf des gesamten 3-Jahres-Kurse – wird programmgemäß etwa viermal geschrieben, mit anschließendem Vorlesen oder Austauschen über die Texte, freiwillig, ohne jedes “Muss”.
Das ergibt durch eine einfache Multiplikation 40 Texte pro Jahr, 120 Texte im Verlauf aller 3 Jahre.
Wenn jeder Text nur eine einzige Seite umfasst, sind das schon rund 120 Seiten. Erfahrungsgemäß sind die Texte jedoch zwei bis drei Seiten lang, manchmal sogar länger. Da sind also rasch 240 bis 360 Seiten beisammen.
Aber bleiben wir beim ersten Jahr. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben diese Texte etwas miteinander zu tun – schließlich stammen sie ja aus der Feder resp. dem PC ein und desselben Menschen. Es braucht nur ein wenig Überarbeitung und redaktionellen Feinschliffs, um aus den Texten des ersten Minotauros-Jahres zumindest ein respektables Tagebuch zu gestalten, das den kreativen Prozess dieses Jahrs dokumentiert.
Erfahrungsgemäß steckt aber weit mehr in diesem Rohmaterial. Im zweiten und dritten Kursjahr kann dieses Mehr herausgeabreitet und vielllicht ein Roman daraus gestaltet werden. Oder eine Anthologie mit Kurzgeschichten, Märchen, Gedichten. Das handwerkliche Knowhow, das man dazu benötigt, wird gewissermaßen nebenbei erarbeitet.
Wer sich zum Ziel setzt, innerhalb dieses zeitlichen Rahmens einen Roman zu schreiben, kann dies durchaus schaffen, als ersten Rohentwurf zumindest. Für diese Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird der Kurs gewissermaßen zu einer kontinuierlichen Roman-Werkstatt.
(Dass nebenbei noch einiges mehr entsteht und möglich wird, sei hier nicht weiter ausgeführt. Um einen intensiven Selbsterfahrungs und Selbsterforshcungsprozess handelt es sich allemal; desgleichen übt man mit vielen interessanten Menschen imemr wieder Networking, wird selbstbewusster im Publizieren und Evaluieren eigener wie fremder Produkte und kann ein brachliegendes Hochbegabten-Potenzial ganz sicher ein großes Stück weiterentfalten.)
Ein Buch wird das allemal.
Nicht unbedingt ein Buch, das man den – derzeit – 96.000 Neuerscheinungen des deutschen Buchmarkts unbedingt hinzufügen muss. Aber ein Dokument einer lebhaftenAnstrengung und eines nachhaltigen Selbsterfahrungsprozesses, in dessen Verlauf ein vorher verschüttetes Talent sich allmählich zeigen kann. Und eben nicht unbedingt nur das Schreib-Talent – obwohl auch das ganz sicher geweckt und nachhaltig gefördert wird.
(c) Dez 2009 Jürgen vom Scheidt / Quelle: minotauros-projekt.de